Gerrys SchreibBlog(gade)

über das Schreiben

Autorentreffen Nürnberg 2009

an2009-1Das Schreiben an sich ist ja ein einsames Geschäft, doch es gibt Momente, da wünscht man sich, sich mit anderen über diese Dinge auszutauschen. Da möchte man wissen, ob man allein ist mit seinen Selbstzweifeln, seinen Bedenken, ob man etwas geschrieben hat, das auch andere lesen wollen, ob die Probleme, die man als Autor in seine Geschichten verpackt, auch andere betreffen oder zumindest faszinieren, oder ob all diese Fragen ganz normal sind.
Zu diesen seltenen Momenten, wo ein Autor sein heimatliches Karbäuschen verlassen sollte, gehört zweifellos das nunmehr sechste jährlich in Nürnberg stattfindende Autorentreffen, das in diesem Jahr fast schon wie gewohnt zu Christi Himmelfahrt am Programm stand. Unter der bewährten Leitung von Ursula Schmid-Spreer fühlten sich an die achtzig Autoren von Beginn der Veranstaltung an richtig wohl, gab es doch als Empfang schon Kaffee und Kuchen!
Eigentlich begann das Autorentreffen schon am Vortag, als die Krimiautorin Edith Kneifl und Titus Müller, Autor von historischen Romanen, in der Grauer’schen Antiquariatsbuchhandlung aus ihren Werken lasen. Danach konnten wir noch bis spät abends bei Speis’ und Trank mit den beiden plaudern.
an2009-2Doch zurück zum eigentlichen Tag des Autorentreffens. Pünktlich um zehn Uhr begann Edith Kneifl mit ihrem Vortrag über die Hintergründe, warum Autoren Krimis schreiben und so viele Leute diese Krimis auch lesen. In diesem Zusammenhang öffnete die Theorie von der “Urszene” neue Perspektiven zu Aggressionen, die auf andere und sich selbst projiziert werden. Sie gab auch interessante Tipps zum Besten, etwa dass Privatdetektive aus den USA in Europa so nicht funktionieren (weil hier das Berufsbild doch deutlich anders gelagert ist), dass für einen Polizeikrimi die Arbeit der Polizei gut recherchiert sein sollte (um sich nicht zu blamieren), oder dass in jedem halbwegs guten Krimi eine Sex- oder zumindest Liebesszene sein sollte. Der beste Ratschlag war jedoch, dass man das schreiben sollte, was man selbst (trotz aller Modeerscheinungen) schreiben will. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass Verlage Serienromane bevorzugen, um ihre Werbeausgaben besser zu platzieren.
an2009-3Nach dem – ausgiebigen – fränkischen Mittagessen (es gab so ziemlich jedes fränkische mit Klischees verbundene Gericht von Schweinebraten über Bratwürste bis hin zu Sauerbraten mit Klößen) zeigte Titus Müller auf, dass ein Roman mit dem ersten Entwurf noch lange nicht fertig ist. Er sprach von zehn Überarbeitungsschritten, die er seinen Texten angedeihen lässt. Diese beginnen mit dem Überarbeiten des am Vortag geschriebenen Textes und enden (hoffentlich) mit den letzten Korrekturen der Druckfahnen. Dabei sollte sich der Autor Fragen stellen wie “Erfährt der Leser zu Beginn der Szene, wo er sich befindet?”, “Aus wessen Perspektive beobachtet er das Geschehen?” oder “Sind die Dialoge glaubwürdig?”.
an2009-4Den letzten Programmpunkt bestritt Roland Rosenbauer, der neben seiner Redakteurs- und Moderatorentätigkeit für den Rundfunk Krimi-Drehbücher (Wilsberg), Science Fiction- und Gruselromane, Hörspiele und Übersetzungen schreibt. Nicht nur ich fragte mich, wo der Mann all das untergebracht hatte, der Tag hat schließlich nur vierundzwanzig Stunden! Sein Vortrag handelte davon, wie ein Bericht fürs Radio verfasst sein muss.
Nach dem Abendessen ergriffen einige der anwesenden Autoren die Gelegenheit, aus ihren Werken zu lesen. Dabei beeindruckte vor allem eine gelungene Neu-Interpretation der Geschichte von Rotkäppchen und dem bösen Wolf, bei der das Rotkäppchen die Böse war und der Wolf sie vor dem Jäger als Anstifterin zum Mord denunzierte.
Der Abend klang dann im Lokal des Nürnberger Kunsthauses bei viel Fachsimpeln aus. Eines ist jedoch gewiss: auch das diesjährige Autorentreffen sorgte für einen riesigen Motivationsschub bei allen Teilnehmern, der jetzt nur noch genutzt werden muss. Ein herzliches Dankeschön an die Vortragenden, an Frau Ursula Schmid-Spreer, sowie ihren Mann Heinz, der hervorragend im Hintergrund agierte!

23. Mai 2009 Verfasst von gerry | Schreiben | | 1 Kommentar

Stellaris 11: Heißhunger

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Am Donnerstag / Freitag erscheint in der Mitte von Perry Rhodan Heft 2490 eine Science-Fiction-Kurzgeschichte von mir (freu!) namens „Heißhunger“, in der es um die Besatzung des Frachtraumschiffes STELLARIS geht, vor allem um die Erlebnisse von Schiffskoch Sebastien Vigeland.

Mir hat es besonders Spaß gemacht, den Alltag gegen Ende des 5. Jahrtausends zu beschreiben (wenngleich auch mit einer Prise Action), und ich hoffe, dass euch das Lesen der Geschichte Spaß macht!

Und wer sich ein Bild von der STELLARIS machen möchte, findet im Perry Rhodan Forum schöne Renderings der Dienstabzeichen und des Raumschiffes.

7. Mai 2009 Verfasst von gerry | Schreiben | | 1 Kommentar

William Voltz Award 2009

Heuer gibt es nach einer einjährigen Pause wieder den William Voltz Award, der sich der Förderung deutschsprachiger Science-Fiction-Nachwuchsautoren widmet. Das heurige Thema ist mit dem Begriff “Science Fiction” etwas weit gegriffen, bietet so aber Raum für viele bunte Ideen.
Die Beiträge müssen – eigentlich wie bei den meisten Wettwerben – unveröffentlicht sein. Termin zum Einsenden der Geschichte mit einer Maximallänge von 16.000 Zeichen incl. Leerzeichen ist der 31. Juli 2009 per E-Mail (.doc oder .rtf Angang) an email_icon info@williamvoltz.de. Weitere Regeln und die zu gewinnenden Preise gibt es hier: Der William Voltz Award 2009
Viel Spaß!

1. Apr 2009 Verfasst von gerry | Kurzgeschichten, Schreiben, Science Fiction | | No Comments Yet

Charaktere

Dass ich gerne Seminare in Wolfenbüttel besuche, ist für die Leser meines Weblogs sicher kein Geheimnis. Und dass meine Interessen in den Genres Science Fiction und Krimi/Thriller liegen, ebenfalls nicht. Deshalb lese ich auch immer wieder gerne Berichte von Veranstaltungen in der Bundesakademie, auch wenn ich persönlich nicht daran teilnehmen konnte; so geschehen mit der “Werkstatt Science-Fiction-Roman” mit den Dozenten Kathrin Lange (Autorin) und Klaus N. Frick (Chefredakteur der PERRY RHODAN-Serie).
Der im Bericht erwähnte Programmpunkt “dreidimensionaler Charakter einer Figur” erinnerte mich an Lajos Egri, der dies so als Erster in seinem 1946 erschienenen Buch “Dramatisches Schreiben” (engl. “The Art of Dramatic Writing”, online zu lesen auf scribd.com) formulierte. Eine (deutsche) Einführung zum Thema findet der geneigte Leser/Autor auf den Seiten von akademie.de, wo die Drehbuch-Autorin und Dramaturgin Iris Leister dieses Konzept veranschaulicht.

12. Mär 2009 Verfasst von gerry | Schreiben | | No Comments Yet

Schneeflocke

Die einen lieben es, die anderen hassen es und verdammen es als Einengung des kreativen Schreibprozesses: das Plotten. Doch wer nach dem fünften Versuch, einen Roman zu schreiben, verbittert feststellen muss, dass sich die Geschichte im Kreise dreht, wird hier schnell fündig: Randy Ingermanson hat eine mögliche Variante des strukturierten Herangehens an eine Geschichte online gestellt, die Schneeflocken-Methode oder englisch “Snowflake Method”.
Im Montségur Autorenforum findet sich eine Diskussion dazu. Interessant die Ansicht von AndreasE (Andreas Eschbach), der die Methode aus der Sicht des Software-Entwicklers betrachtet.
Die Verweise dort auf deutsche Übersetzungen sind auch interessant zu lesen:
http://forum.tintenzirkel.de/index.php?topic=2944.0
http://www.lennstar.de/wortschmiede/wbblite/thread.php?threadid=66

8. Mär 2009 Verfasst von gerry | Schreiben | , , , | No Comments Yet

Lesungen Steiermark

In der Steiermark gibt es immer wieder Lesungen mit Schriftstellern. Besonders hervorheben möchte ich die Buchhandlung Plautz sowie die Buchhandlung Moser. Hier finden Interessierte die nächsten Veranstaltungen:

Buchhandlung Plautz (Gleisdorf und Weiz):

http://plautz.at/plautz/index.jsp?auswahl=EVENT%20Einladung

2.3. Daniel Glattauer in Gleisdorf: “Alle sieben Wellen”

3.3. Julian Schutting in Weiz: “An den Mond”

4.3. Friederike Schwab in Gleisdorf: Bilder und Texte

Buchhandlung Moser (Graz):

http://www.buchmoser.at/

3.3. Sepp Porta, Michael Hlatky: “Stress verstehen – Burnout besiegen”

7.3. Evelin Senarclens de Grancy: “Feuer unter den Füssen”

2. Mär 2009 Verfasst von gerry | Lesen | | No Comments Yet

Linktipps

Zur Erinnerung wieder einmal der sehr empfehlenswerte Newsletter „Tempest“:
http://www.autorenforum.de/content/view/43/44/

10 „Regeln“ für Autoren (engl.):
http://writersdigest.com/article/10_Disciplines_for_Fiction_Writers

Das Montsegur-Autorenforum mit immer wieder interessanten Diskussionen zum Schreibhandwerk:
http://autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?board=Handwerk

Vom Heyne-Verlag: über 1000 Einsendungen für den Fantasy- und Science Fiction-Schreibwettbewerb
Die Wettbewerbs-Jury: http://www.heyne-magische-bestseller.de/schreibwettbewerb_jury.html

22. Feb 2009 Verfasst von gerry | Internet, Schreiben, Science Fiction | , , , | No Comments Yet

Schreibwerkstätten

Wer schon immer wissen wollte, wie es bei einer Schreibwerkstatt zugeht, ist im neuen Fandom-Observer bestens beraten. Die (Online-)Science-Fiction-Zeitschrift (neudeutsch: Fanzine) bringt in der aktuellen Ausgabe gleich zwei Berichte von Seminaren: einmal die Schreibwerkstätten von Uschi Zietsch alias Susan Schwartz im Allgäu (ab Seite 7), sowie die Seminare von Klaus N. Frick in Wolfenbüttel (auf Seite 9). Sehr empfehlenswert!

3. Dez 2008 Verfasst von gerry | Schreiben, Science Fiction | | No Comments Yet

Autorentreffen Nürnberg 2009

Einen Fixtermin für 2009 gibt es schon: Das Autorentreffen Nürnberg zu Christi Himmelfahrt (21. Mai).

Das vorläufige Programm bestreiten:

Roland Rosenbauer von Radio Charivari Nürnberg mit dem Seminar “Schreiben für das Hören”
Dr. Edith Kneifl, Glauser-Preisträgerin aus Wien: “Detektive der Seele”, und
Titus Müller: “Wie überarbeite ich mein Manuskript so, dass es Lektoren und Leser begeistert? Tipps und Tricks, vom Finden schwacher Szenen bis zum Satzbau und zum besten Einstieg”

Wer erste Eindrücke sammeln will, was ihm geboten wird: Hier gibt es Berichte vom Autorentreffen 2008.

Update: hier ist der Bericht zum Autorentreffen 2009.

30. Okt 2008 Verfasst von gerry | Krimi, Schreiben | , , | No Comments Yet

Bis zu …

Die neueste Unsitte in den Medien, von Zeitungen bis zu TV-Nachrichten, ist die inflationäre Verwendung der Kombination “bis zu”, wenn man sich nicht genau festlegen möchte, wie viel es denn nun wirklich ist. Da verliert eine Firma bis zu 3 Millionen Kunden, eine Stadt baut bis zu 300 neue Wohnungen, der Sommer wird bis zu 2 Grad wärmer, ein Unfall fordert bis zu drei Tote, und Internet via Handy-Netz läuft mit bis zu 7,2 Mbit/s (haha, wer’s glaubt).

Eine Steigerung gibt es aber trotzdem noch: “bis über”! Also was denn nun: bis oder über? Da kann man bis über 2000 Euro verdienen, Grafikkarten werden bis über 110 Grad heiß, Rabatte gibt es bis über 50 Prozent, und eine Wohnung kann ohne Eigenkapital bis über 100% finanziert werden.

Hallo? Bitte, liebe Redakteure und sonstige Text-Verbrecher, schaltet doch euer Hirn ein, bevor ihr solchen Schwachsinn schreibt. Und wenn ihr es nicht genauer wisst, lasst doch diese Phantasie-Werte einfach weg!

14. Aug 2008 Verfasst von gerry | Schreiben | | No Comments Yet